Infos für Bewerber

Aufnahmeerfordernisse für die Bewerbung als Kinderbeistand

  • Positiv abgeschlossenes Bewerbungsgespräch
  • Fortbildungscuricculum für Kinderbeistände im Ausmaß von sieben Tagen (nur für zugelassene Kandidatinnen und Kandidaten)
  • Quellenberufe und Erfahrung lt. Kinderbeistand-Gesetz und Materialien.Auszug aus dem Kinderbeistand-Gesetz:
    “Sämtliche namhaft gemachte Kinderbeistände müssen über eine Ausbildung an einer Akademie oder Fachhochschule für Sozialarbeit, an einer Fachhochschule oder Bildungsanstalt für Sozialpädagogik, über ein abgeschlossenes Studium der Pädagogik, Bildungswissenschaften oder Psychologie, über eine abgeschlossene Ausbildung zum Psychotherapeuten, Klinischen Psychologen, Gesundheitspsychologen oder psychoanalytisch-pädagogischen Erziehungsberater oder eine vergleichbare hochwertige Ausbildung (so genannte Quellenberufe) verfügen. Darüber hinaus müssen sie eine einschlägige Berufserfahrung in einem psychosozialen Beruf aufweisen. Im Besonderen müssen sie über eine mehrjährige berufliche Erfahrung im Umgang mit Minderjährigen unterschiedlicher Altersstufen und mit Scheidungsfamilien verfügen sowie mit dem Forschungsstand über die Belastung von Kindern durch Trennung bzw. Scheidung (Trennungsdynamik) vertraut sein (so genannte Grundqualifikationen). Sie müssen sich weiter durch die Absolvierung eines einheitlichen Curriculums Zusatzqualifikationen und Spezialkenntnisse, insbesondere in den Bereichen Familien-, Jugendwohlfahrts- und Verfahrensrecht (Grundlagen), Kommunikation (insbesondere mit Kindern) und Krisenmanagement/konstruktive Konfliktlösung, aneignen. Schließlich müssen sie sich angemessen, zumindest im Ausmaß von fünfzig Stunden innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren, fortbilden und dies der Justizbetreuungsagentur nachweisen. Klar ist, dass die Arbeit für die Kinder nur dann funktionieren kann, wenn die Kinderbeistände über entsprechende Erfahrung und Ausbildung verfügen.“
  • Praxisraum für die Gespräche mit den Kindern muss vom Kinderbeistand zur Verfügung gestellt werden.
  • österreichische Staatsbürgerschaft oder die Staatsangehörigkeit eines Landes, dessen Angehörigen Österreich auf Grund eines Staatsvertrages im Rahmen der europäischen Integration dieselben Rechte für den Berufszugang zu gewähren hat wie österreichischen Staatsbürgern (Inländern), volle Handlungsfähigkeit, persönliche und fachliche Eignung, gegen die Bewerberin bzw. den Bewerber darf zum Zeitpunkt der Bewerbung weder ein Straf- noch ein Disziplinarverfahren anhängig sein; weiters dürfen gerichtliche Vorstrafen, die auf eine mangelnde Berufseignung schließen lassen, oder schwerwiegende disziplinäre Verurteilungen nicht vorliegen.

Nächstes Fortbildungsmodul

derzeit noch nicht bekannt

Schulungsinhalte des methodischen Teils

Das 1. Wochenende

  • Zur Entwicklung des Konzepts des Kinderbeistands und zur Entstehung des Kinderbeistandsgesetztes in Österreich
  • Erkenntnisse aus der Begleitforschung des Pilotprojektes
  • Der Verlauf eines Kinderbeistandsprozesses von der Bestellung bis zur Abschlussstunde (Standardsetting) anhand von Praxisfällen

Das 2. Wochenende

  • Spezifische Problemkonstellationen im Kinderbeistandsprozess
  • Zum Verhältnis Kinderbeistand – Kindeswohl
  • Verschwiegenheit und daraus entstehende Konflikte
  • Meldepflicht bei Verdacht auf Kindeswohl-Gefährdung
  • Praxisvorbereitung (offene Fragen aus der bisherigen Schulung, Präsentation/Bericht über repräsentative Fälle aus der bisherigen Tätigkeit der Kinderbeistände)
  • Verschiedene Methoden in der Arbeit mit den Kindern (“Methodenkoffer”)
  • Zertifizierung zum Kinderbeistand: schriftliche Falldarstellung (Kontrollfall)

Vertragliche Eckpunkte

  • Anforderung des Kinderbeistands ausschließlich durch das zuständige Gericht
  • Zuständig für die Bereitstellung und die Namhaftmachung des Kinderbeistands ist ausschließlich die JBA
  • Die Verwaltung (Bestellungsvorschlag, laufende Betreuung, Verrechnung, Controlling, Dokumentation) erfolgt über die Datenbank KB
  • Entlohnung auf Werkvertragsbasis
  • Verrechenbar sind ausschließlich Leistungen laut Leistungskatalog (Gespräch mit Kind, Gespräch mit Eltern, Teilnahme bei Verhandlungen, Aktenstudium, Begleitung zum KJHT, zur FJGH, zum Gutachter, Gespräche mit Richter)
  • Verschwiegenheitspflicht
  • Dokumentations- und Auskunftspflicht gegenüber der JBA
  • Laufende facheinschlägige Fortbildungen von mindestens 50 Stunden in 5 Jahren ist verpflichtend nachzuweisen.
  • Laufende Supervision pro (betreuten) Fall verpflichtend eine Stunde Supervision in einer fachspezifischen Gruppensupervision, die von der JBA organisiert und unentgeltlich angeboten wird. Die Kinderbeistände können jedenfalls am jeweiligen Supervisionsangebot der JBA unentgeltlich teilnehmen.
  • Einmal jährlich organisiert die JBA ein bundesweites Zusammentreffen aller als Kinderbeistand tätigen Personen, das den Meinungs- und Erfahrungsaustausch der Kinderbeistände unter fachlicher Anleitung dient („Arbeitstagung für Kinderbeistände“). Die Teilnahme an dieser Veranstaltung ist für Kinderbeistände verpflichtend.